Die Rückkehr zur Wahrheit ist eine Tugend – Teil 1

Die Rückkehr zur Wahrheit ist eine Tugend – Teil 1
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Alles Lob gebührt Allâh, dem Herrn der Welten. Keine Feindschaft gibt es, außer gegen die Unterdrücker. Frieden und Segen seien auf dem besten Geschöpf, dem Lehrer der Menschen, Muhammad ibn Abdullâh, dem Ehrlichen und Vertrauenswürdigen. Möge Allâh ihm und seiner Familie Frieden und Segen gewähren, solange Tag und Nacht aufeinander folgen und solange Himmel und Erde existieren.

Der Mensch ist von Natur aus anfällig für Fehler und Vergesslichkeit und schwankt zwischen Schwäche und Stärke. Er begeht Fehler und sündigt, aber das ist keine Schande; vielmehr ist es unwürdig, in Fehler und Sünde zu verharren. Wer die Wahrheit erkennt und zu ihr zurückkehrt, so ist dies eine tugendhafte Eigenschaft. Anas (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) überlieferte, dass Allâhs Gesandter (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Jeder Nachkomme Adams begeht Fehler und die besten derjenigen, die Fehler begehen, sind die Bereuenden“ (Ibn Mâdscha und Ad-Dârimî; Al-Albânî: hasan).

Sieht man sich die Biografien der rechtschaffenen Vorgänger an, stellt man fest, dass sie nur selten Sünden begangen haben. Sie werden von Allâh dem Erhabenen in folgenden Worten gewürdigt: „Diejenigen, die gottesfürchtig sind, wenn ihnen eine Anwandlung vom Satan widerfährt, bedenken sie, und da werden sie sogleich einsichtig“ (Sûra 7:201). Ein solches Eilen zur Reue und ein schnelles Zurückkehren zur Wahrheit sind zweifellos besser als das Beharren auf dem Falschen durch das Befolgen der eigenen Neigungen und der Einflüsterungen des Teufels und das arrogante Beharren auf dem Fehler, besonders bei Streitigkeiten.

Menschen sind von unterschiedlicher Natur

Ungezügelte menschliche Wesenszüge sind oft der Grund für Ausrutscher und Verwicklungen in Streitigkeiten und Auseinandersetzungen. Es ist bekannt, dass das Wesen und der Charakter der Menschen deutlich und grundlegend variieren. Einige von ihnen sind unkompliziert, während andere schwierig sind, einige sind bescheiden, während andere arrogant sind. Es gibt unter ihnen solche, die schnell verärgert sind, aber auch zügig zur Wahrheit zurückkehren, sodass ein Ausgleich entsteht. Ferner gibt es Menschen, die man nicht leicht verärgern kann, doch kehren diese auch nicht schnell zur Wahrheit zurück. Es versteht sich von selbst, dass der beste von allen derjenige ist, der nicht leicht zum Zorn neigt und schnell zur Wahrheit zurückkehrt, während der schlechteste derjenige ist, der schnell zornig ist und langsam zur Wahrheit zurückkehrt. So ein Mensch kann kaum seinen Fehler zugeben oder eingestehen. Er kann sich weder entschuldigen noch sein Bedauern zum Ausdruck bringen. Stattdessen hat er ein boshaftes Ego, das ihn überwältigt und ihm keine Möglichkeit für eine rasche Rückkehr zur Wahrheit lässt.

Bruder im Islâm! Beherrsche deine Gefühle und kehre schnell zur Wahrheit zurück. Die Mittel zum Guten liegen in deiner Hand, o Gläubiger! Du musst nur deine Emotionen bändigen, damit du nicht zornig wirst oder Unrecht tust. Wenn du dich nicht beherrschen kannst, dann lass diesen Zustand nicht lange dauern, sondern kehre schnell zur Wahrheit zurück und sei so schnell wie möglich wieder auf dem rechten Weg.

Es gibt kaum eine Gemeinschaft, die frei ist von Meinungsverschiedenheiten, Streitigkeiten und Auseinandersetzungen mit anderen, seien es die eigene Familie, Frau, Kinder oder Nachbarn. In einer solchen Situation sollte man Nachsicht und Vergebung walten lassen, denn das sind zwei große Eigenschaften. Allâh der Erhabene lobt jene, die anderen vergeben: „Die in Freude und Leid ausgeben und ihren Grimm zurückhalten und den Menschen verzeihen. Und Allâh liebt die Gutes Tuenden“ (Sûra 3:134). „Die Vergeltung für eine böse Tat ist etwas gleich Böses. Wer aber verzeiht und Besserung bringt, dessen Lohn obliegt Allâh. Er liebt ja nicht die Ungerechten“ (Sûra 42:40).

Die Taten der Menschen werden Allâh dem Erhabenen montags und donnerstags vorgelegt; Er vergibt jedem Gläubigen außer denen, die uneinig sind. Abû Huraira (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) überlieferte, dass Allâhs Gesandter (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Die Tore des Paradieses werden am Montag und am Donnerstag geöffnet, da wird jedem Diener, der Allâh nichts beigesellt, vergeben, außer einem, der Groll gegen seinen Bruder (im Islâm) hegt. Es wird gerufen: ‚Gewährt diesen beiden Aufschub, bis sie sich versöhnen! Gewährt diesen beiden Aufschub, bis sie sich versöhnen! Gewährt diesen beiden Aufschub, bis sie sich versöhnen!‘“ (Muslim).

Von einem wahrhaftigen Gläubigen wird erwartet, dass er schnell zur Normalität zurückkehrt, vergibt, verzeiht und zur Versöhnung eilt. Wer im Streit hart ist und in seiner Verbissenheit weit geht, über diesen wird von Âischa (möge Allâh mit ihr zufrieden sein) authentisch berichtet, dass der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Der Allâh verhassteste Mann ist fürwahr der streitsüchtige ständige Widersacher!“ (Al-Buchârî und Muslim).

Die verwerfliche Auseinandersetzung bezieht sich hier auf solche, die zur Widerlegung der Wahrheit oder zum Schutz der Unwahrheit verwendet werden, wie von An-Nawawî (Allâh erbarme sich seiner) erklärt wurde. Auf der anderen Seite gehört es zu den Eigenschaften eines Heuchlers, dass er, wenn er streitet, die Grenzen überschreitet. Abdullâh ibn Amr (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) überlieferte, dass der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Wer vier Eigenschaften besitzt, ist ein reiner Heuchler, und wer nur eine davon besitzt, besitzt so lange eine heuchlerische Eigenschaft, bis er diese aufgibt: Wird ihm etwas anvertraut, veruntreut er es, wenn er spricht, lügt er, wenn er einen Vertrag eingeht, betrügt er und wenn er mit jemandem streitet, benimmt er sich unverschämt“ (Al-Buchârî und Muslim).

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