Ein paar historische Informationen über den Haddsch - Teil 2

10/10/2010| IslamWeb

Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken reinigte die Ka’ba nicht nur von allem Fremden, das ursprünglich kein Bestandteil der Ka’ba war, er etablierte auch die Haddsch-Riten wieder, die mit Allâhs Erlaubnis zur Zeit Ibrâhîms  Frieden sei auf ihm etabliert worden waren.

Es wurden besondere islâmisch-rechtliche Befehle im Qurân offenbart, um alle falschen Riten aus der Welt zu schaffen, die in der vor-islâmischen Zeit verbreitet waren. Alle unsittlichen und anstößigen Handlungen wurden von Allâh mit folgenden Worten für immer verboten:

 
„Die (Zeit des) Haddsch (sind) bekannte Monate. Wer in ihnen die (Durchführung des) Haddsch beschlossen hat, der darf keinen Beischlaf ausüben, keinen Frevel begehen und nicht Streit führen während des Haddsch.“ (Sûra 2:197)
 
Alle Wettkämpfe um die Dichtkunst zur Verherrlichung der Ahnen und der Errungenschaften ihrer Stammesführer wurden abgeschafft. Stattdessen sagt Allâh:
 
„Wenn ihr dann eure Riten vollzogen habt, dann gedenkt Allâhs, wie ihr eurer Väter gedenkt, oder mit noch innigerem Gedenken.“ (Sûra 2:200)
 
Gleichermaßen wurde der Wettstreit um die Zurschaustellung von Freigebigkeit verboten. Man wurde zwar weiterhin dazu angeregt, die armen Pilger zu bewirten, da dies auch zur Zeit Ibrâhîms geboten war, jedoch befahl Allâh, dass man die Darbringung von Schlachtopfern ausschließlich für das Wohlgefallen Allâhs vornehmen soll, nicht für Ruhm oder für einen guten Ruf unter den Menschen. Er sagt:
 
„Und die Opferkamele haben Wir euch zu Kultzeichen Allâhs gemacht. An ihnen habt ihr (etwas) Gutes. So sprecht den Namen Allâhs über sie aus, wenn sie mit gebundenen Beinen dastehen. Wenn sie nun auf die Seite umgefallen sind, dann esst davon und gebt dem bescheidenen und dem fordernden (Armen) zu essen.“ (Sûra 22:36)
 
Was die schändliche Tat anbelangt, die Wände der Ka’ba mit dem Blut der geopferten Tiere zu besudeln und ihr Fleisch um die Ka’ba herum aufzuhängen, teilt Allâh uns folgende Worte mit:
 
„Weder ihr Fleisch noch ihr Blut werden Allâh erreichen, aber Ihn erreicht die Gottesfurcht von euch.“ (Sûra 22:37)
 
Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken brachte auch den Brauch zu Fall, die Ka’ba nackt zu umlaufen. Die Begründung der Götzendiener, mit der sie dieses Ritual rechtfertigten, wurde von Allâh vehement mit folgender Frage widerlegt:
 
„Wer hat den Schmuck Allâhs (d. h. Kleidung) verboten, den Er für Seine Diener hervorgebracht hat, und (auch) die guten Dinge (aus) der Versorgung (Allâhs)?“ (Sûra 7:32)
 
Ein anderer Brauch, der ebenfalls durch den Qurân verboten wurde, war der Aufbruch zum Haddsch, ohne Vorkehrungen für die Reise getroffen zu haben. In der vor-islâmischen Zeit brachen einige Menschen, die von sich behaupteten, Mutawakkilûn (d. h. Menschen, die  sich gänzlich auf Allâh verlassen) zu sein, zum Haddsch auf und bettelten während der Reise die ganze Zeit um Essen. Sie meinten, dieses Verhalten wäre ein Zeichen ihrer Frömmigkeit und ein Hinweis darauf, wie stark  ihr Glaube an Allâh sei. Allâh fordert  hingegen von den Menschen, für die Reise ausreichend Vorkehrung zu treffen, und dass dies eine Voraussetzung für die Verrichtung des Haddsch ist. Er, der über alles Erhabene, sagt:
 
„Und versorgt euch mit Reisevorrat, doch der beste Vorrat ist die Gottesfurcht.“ (Sûra 2:197)
 
Auf die soeben beschriebene Weise wurden alle vor-islâmischen Bräuche, die sich auf Unwissenheit stützten, abgeschafft und der Haddsch wurde erneut zu einem Muster an Frömmigkeit, Gottesfurcht, Bescheidenheit und Askese. Wenn die Pilger nun die Ka’ba erreichen, finden sie keinen Karneval, kein Herumtollen und keinen Unsinn, mit denen sich die Pilger zuvor beschäftigten.
 
Diese Unarten wurden durch das Gedenken an Allâh – bei jedem Schritt, jeder Tat und jedem Opfer, das man Ihm nun wieder allein darbrachte – ersetzt. Diese Form des Haddsch ist es, für die man das Paradies als Belohnung bekommt, denn der Prophet   möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , sagte: „Für den fromm verrichteten Haddsch gibt es keine geringere Belohnung als das Paradies.“ (Al-Bucharî)
 
Möge Allâh uns ermöglichen Sein Haus zu besuchen und den Haddsch so  zu verrichten, wie es der Prophet Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken tat.
 
Ein paar historische Informationen über den Haddsch - Teil 1
 
 

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