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Die islâmische Lösung für Alkoholsucht und Drogenabhängigkeit

Alkoholsucht und Drogenabhängigkeit haben sich für viele Soziologen, ganz zu schweigen von den Polizisten und Politikern, als unlösbare Probleme herausgestellt.

Weil die Gesellschaften, in denen Alkoholismus und Drogenmissbrauch bereits ein schlimmes Ausmaß angenommen haben, unfähig sind gegen den Alkohol- und Drogenkonsum anzukämpfen, haben sie damit aufgehört, sich mit den Ursachen zu befassen. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, die Folgeerscheinungen durch unvollständige und unsystematische Lösungsansätze in den Griff zu bekommen. Es gibt zum Beispiel kein Gesetz, das die Herstellung, den Verkauf und den Konsum alkoholischer Getränke verhindert, aber es gibt eines für das Fahren unter Alkoholeinfluss. Man befasst sich hier mit den Folgen, nicht aber mit den Ursachen – also mit dem Symptom statt mit der Krankheit. Piloten können zu jeder Zeit trinken, außer, wenn sie ein Flugzeug steuern. Spirituosenwerbung ist so weit verbreitet, dass „geschulte“ Kinder es kaum erwarten können, das sechzehnte Lebensjahr zu erreichen, so dass sie in das nächste Spirituosengeschäft flitzen können, um sich das erste Mal Alkohol selbst zu kaufen, als wäre er eine Süßigkeit, oder als wäre es „Mode“ dies zu tun.
All diese Gegensätze und diese Doppelmoral lehnt der Islâm ab. Wenn Alkohol am Steuer schädlich ist, dann sollte er immer schädlich sein. Wenn er für Jugendliche unter sechzehn schädlich ist, dann auch für alle anderen Altersstufen. Ein Beweis hierfür sind die unvorstellbar vielen Verbrechen, die unter Alkohol- und Drogeneinfluss verübt werden.
Der Islâm, die göttliche Lehre Allâhs, kam um dieses Problem komplett zu beseitigen. Daher lässt er es gar nicht erst zu, dass die schlimmen Folgen des Alkoholkonsums Menschen und die Gesellschaft zerstören. Alles mit Alkohol verbundene ist gesetzlich unterbunden. Anstatt also nach Hilfsmitteln zu suchen um einzelne Symptome zu behandeln, soll man der Krankheit als Ganzes vorbeugen. Der Islâm hatte von Anfang zum Ziel, das Bewusstsein seiner Bekenner zu fördern. Daher braucht man keinen Zwang von außen. Man findet viele Verse im Qurân, in denen Allâh sagt: „O die ihr glaubt, seid Wahrer (der Sache) Allahs als Zeugen für die Gerechtigkeit. Und der Hass, den ihr gegen (bestimmte) Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, dass ihr nicht gerecht handelt. Handelt gerecht. Das kommt der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist Kundig dessen, was ihr tut.“ (Sûra 5:8)
Der Islâm stellt ein ganzheitliches Lebenssystem dar, in dem alle Elemente harmonieren. Lösungen, die überall auf der Welt vorgeschlagen wurden, um das besagte Problem zu lösen, lassen sich nicht mit anderen Systemen der gleichen Gesellschaft vereinbaren. Das Ergebnis war ein soziales Chaos. Demgegenüber ist das Fasten beispielsweise ein islâmischer Ritus, der das Selbstbewusstsein und die Selbstdisziplin der Anhänger stärkt.
Die Muslime haben gelernt, dass Allâh alle guten Konsumgüter erlaubt hat und dass alle schlechten Konsumgüter vermieden werden müssen.
„Er gebietet ihnen das Rechte und verbietet ihnen das Verwerfliche, er erlaubt ihnen die guten Dinge und verbietet ihnen die schlechten, und er nimmt ihnen ihre Bürde und die Fesseln ab, die auf ihnen lagen.“ (Sûra 7:157)
Wenn man fest davon überzeugt ist, dass der Schöpfer des Universums selbst den Menschen aufgetragen hat, bestimmte Dinge nicht zu konsumieren oder sich damit zu beschäftigen, dann müssen wir das auch akzeptieren. Diese Folgebereitschaft gab es in den ersten Tagen des Islâm. Die Quraischiten und andere damals lebende vor-islâmische Stämme beteiligten sich an den damals üblichen Trinkgelagen. Als sie sich jedoch dem Willen Allâhs, des Allmächtigen, unterwarfen, hörten sie auf, ihre Götzen anzubeten und Alkohol zu trinken, als Allâhs dies verbot: „die ihr glaubt, berauschender Trank, Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile sind nur ein Gräuel vom Werk des Satans. So meidet ihn, auf dass es euch wohl ergehen möge! Der Satan will (ja) zwischen euch nur Feindschaft und Hass säen durch berauschenden Trank und Glücksspiel und euch vom Gedenken Allahs und vom Gebet abhalten. Werdet ihr (damit) nun wohl aufhören? Und gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und seht euch vor! Doch wenn ihr euch abkehrt, so wisst, dass Unserem Gesandten nur die deutliche Übermittelung (der Botschaft) obliegt.“ (Sûra 5:90-92)
Alle Menschen in Madîna hörten sofort auf, Alkohol zu trinken. Augenblicklich beseitigten sie ihre Alkoholvorräte, so dass die Straßen von Madîna mit Alkohol getränkt waren. Sie zögerten nicht, den göttlichen Befehl umzusetzen. Es war nicht nötig, gut ausgebildete Spione einzusetzen oder Milliarden auszugeben, um die zerstörerische Angewohnheit (des Alkoholkonsums) zu unterbinden.
Hierin liegt die Stärke des islâmischen Systems: die Initiative wird von den Menschen selbst ergriffen, nichts wird ihnen aufgebürdet. Man darf nicht vergessen, dass „Islâm“ die „wahre Unterwerfung vor Allâh“ bedeutet. Dies war auch der Grund dafür, dass sich Millionen von Menschen für den Islâm als Lebensweg entschieden. Allâh sagt (ungefähre Bedeutung): „Es gibt keinen Zwang im Glauben. (Der Weg der) Besonnenheit ist nunmehr klar unterschieden von (dem der) Verirrung. Wer also falsche Götter verleugnet, jedoch an Allah glaubt, der hält sich an der festesten Handhabe, bei der es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend und Allwissend.“ (Sûra 2:256)

Diese freiwillige Unterwerfung im Islâm kann der widerwilligen sozialen Unterwerfung der säkularen Gesellschaften gegenübergestellt werden. Als das Prohibitionsgesetz in den 20er Jahren in den USA eingeführt wurde, wurden die Menschen nicht spirituell oder psychologisch vorbereitet, um es einzuhalten. In der Tat gab es kein System, in das solche Gesetze integriert werden konnten. Die Macht eines von Menschenhand gemachten Gesetzes kann nicht unangefochten bleiben, wenn es Menschen aufgebürdet wurde, die damit nicht einverstanden sind. Wenn es keinen gemeinsamen Mittelpunkt – den Qurân – gibt, zerfällt alles, weil die Menschen in verheerender Unwissenheit weiterleben, wie in der vor-islâmischen Zeit.

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